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BIGBAIT011

bigbait011 - INFO
Mit dem zukunftsweisenden Slowhouse-Monster „Me and My Mouse“ (Seite A, Track 1) beweist Scherbe erneut seine Klasse als zeitgenössischer Tanzmusikproduzent. Spielend überwindet er die, in den letzten Jahren immer durchlässiger gewordene Grenzen zwischen House und Hip-hop. Heraus kommt ein Tanzflächenfüller, der aus den blauen Tiefen des Meeres empor-zusteigen scheint, dabei allmählich Fahrt aufnimmt, dann die Wasseroberfläche durchbricht um schließlich – mit dem Einsetzen der knalligen MPCSnare – in einem federleichten Ritt über sanftige-kräuselte Wellenkämme zu kulminieren. Über die sieben Minuten Spielzeit desStückes, saugt Scherbe den Hörer Stück für Stück in seine ganz eigene, komplexe Musikwelt ein. Er weckt dabei einen unzähmbaren Bewegungsdrang bei allen, für die Hip-Hop immer zu langsam und House zu schnell zum Tanzen war. Nicht ohne Grund fühlt man sich an frühe Arbeiten von Theo Parrish oder DJ Premier erinnert. Me and my Mouse – eine gekonnte Fusion von 90ʼer New York Hip-Hop und 2012ʼer Dresden House Music.
Ausnahmetalent Glenn Astro meldet sich auf der B-Seite (Seite B, Track 1) mit einem wahren Meisterstück zurück. Nachdem sich seine bahnbrechende Dilogie „Colored Sands I&II“ mittlerweile zu einer Art Klassiker und Dauerseller entwickelt hat, waren die Erwartungen hoch gesteckt. Doch Glenn enttäuscht uns nicht, er übertrifft sogar noch die Erwartungen! Glenn Astros Remix entfernt sich weit vom Original, doch man merkt recht schnell: Das muss er! Ohne das Tempo wesentlich zu erhöhen, setzt Glenn den Aufstieg aus der submarinen Tiefe weiter fort – schwingt sich hoch in die Lüfte, um dann irgendwo zischen den Wolken zu explodieren. Kurz: Ein luftiges, euphorisierendes Stück Tanzmusik – herausragend, einzigartig, deep.
Nicht ohne Grund ist Move D einer der größten Fans von Glenn!
Peter Clamat steuert den dritten Track zu dieser Vinyl EP bei (Seite B, Track 2). Im Gegensatz zu Mr. Astro verwendete er nahezu ausschließlich Sounds aus dem Originalstück von Scherbe. Seine Interpretation (mit) der Maus entführt uns in komplexe Groove- und Soundlandschaften, die den Ein oder Anderen an abgehangene Ninja-Tunes Platten der späten 90er Jahre erinnern mögen. Anders formuliert: Peter verfolgt einen wesentlich „englischeren“ Ansatz als die beiden anderen Stücke auf bigbait011, fasziniert dabei durch verschachtelte Samplekaskaden, massive Groovegewitter, und verrauchte Loops. 2012 Cool House Music.

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